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Wilde & Partner bekommt Besuch aus dem Heiligen Land:

Eine nicht ganz alltägliche Visite haben wir kürzlich aus dem Heiligen Land bekommen. Eine Delegation von zwölf Teilnehmern machte nämlich im Rahmen einer Deutschland-Tour bei uns Halt. Sie gehören überwiegend Incoming-Agenturen, Reiseveranstaltern oder Reisebüros an und sitzen größtenteils in Jerusalem oder Ramallah.

Ziel der Delegationsreise war ein besseres Verständnis von Unternehmen entlang der touristischen Wertschöpfungskette in Deutschland. Neben Wilde & Partner machte die Gruppe an verschiedenen Stationen in München, Frankfurt, Berlin und Dresden Halt. Unter anderem war die Delegation bei unserem Kunden traffics, einem der führenden Travel Tech-Anbieter der Branche mit Sitz in der Berlin, zu Gast. Darüber hinaus standen ein großer Reiseveranstalter in München sowie die Vertretung eines Tourist Boards mit Deutschlandsitz in Frankfurt auf dem Programm.

Während ihres Stopps bei Wilde & Partner informierten wir unsere Gäste in einem kurzen Vortrag über die Grundlagen der Kommunikationsarbeit im Allgemeinen sowie über uns als Agentur im Speziellen. Neben den täglichen „Tools“ unserer Arbeit wie Pressereisen, Pressemeldungen, Events und Interview-Vermittlung ging es natürlich auch um die wachsende Bedeutung von Influencer- und Blogger-Relations, die die größtenteils jungen Vertreter der Delegation ganz besonders interessierte. Sie beschäftigen sich nämlich sehr stark damit, wie sie Besuchern das Heilige Land auf zunehmend moderne Weise näher bringen können. Augmented- und Virtual Reality spielen dabei aktuell zum Beispiel eine große Rolle. Was ebenfalls kaum jemand wissen dürfte: dass Besucher der Grenzmauer in Bethlehem die „Wall“ mit ihrem eigenen Graffiti mitgestalten können. Der Tourismus in der sicher nicht unumstrittenen Region ist also durchaus im Wandel.

Sonnencreme unter Verdacht:

Selten zuvor war die öffentliche Sensibilität für die touristischen Auswirkungen auf die Umwelt derartig groß wie aktuell. Neben Plastik in den Meeren sowie dem CO2-Fußabdruck durch Flugzeuge und Kreuzfahrtindustrie gelangt ein weiteres Thema zunehmend in die mediale und öffentliche Debatte. Die Rede ist von Sonnencreme.

Schlagzeilen machte kürzlich ein Kreuzfahrtschiff vor der Insel Mallorca, das große Mengen Pool-Wasser und damit Sonnenschutzmittel ins Meer leitete. Umweltschützer schlugen daraufhin Alarm und wiesen auf die schädliche Wirkung für Flora und Fauna der Unterwasserwelt hin. Fast zeitgleich gingen Meldungen um die Welt, Hawaii und der südpazifische Inselstaat Palau würden innerhalb weniger Jahre die Einfuhr von Sonnencremes mit bestimmten Inhaltsstoffen verbieten. Auch Key West und Staaten der Südkaribik wollen in eine ähnliche Richtung gehen. Sie fürchten insbesondere Schäden für Meeresriffe. Immerhin, so Experten, gelangen jährlich rund tausende Tonnen der Substanz in die Meere, was angesichts der Weite von Ozeanen wenig klingt, aber spürbare Auswirkungen hat.

Nach der Gewissensfrage rund ums Fliegen und Seereisen sehen sich Reisende daher mit einer weiteren Moralfrage konfrontiert. Gleichzeitig befassen sich Medien und Ratgeber zunehmend mit der Frage, wie und ob die Cremes unserem Körper schaden. Prinzipiell unterscheidet man zwei Arten von Sonnenschutz. Die eine Gruppe wandelt UV-Strahlung vereinfacht gesagt chemisch in Licht und Wärme um. Die andere Gruppe basiert dagegen auf mineralischen Filtern wie Titandioxid oder Zinkoxid, die die Strahlung reflektieren, streuen und absorbieren. Einst bedeutete die zweite Variante für den Anwender, dass er von oben bis unten weiß war (Nutzer mancher Bio-Cremes kennen den Effekt auch heute noch). Die Partikel wurden irgendwann deutlich kleiner und der unerwünschte Nebeneffekt blieb zunehmend aus.

Allerdings fürchten Kritiker heute, dass die Nano-Teilchen in den Körper bzw. ins Blut gelangen. Ganz sicher scheinen sie sich nicht.

Wie kann man sich also „politisch korrekt“ eincremen und gleichzeitig Risiken für die Gesundheit vermeiden? Ratgeber-Artikel empfehlen zu meiner Überraschung tatsächlich immer öfter, einfach die Kleidung anzubehalten. Gehen wir also auf ein Zeitalter puritanischer Sitten am Strand zu? Kommt die noble Blässe womöglich wieder in Mode?

Muße für Kreativität – Wie erfrischend es sein kann, sich als Team einen ganzen Tag für neue Ideen zu nehmen

Hin und wieder muss sich auch das kreativste Team einmal Zeit nehmen, um sich dem Thema „Outside the box“ exklusiv zu widmen. Denn: Im hektischen Tagesgeschäft kann man kurzfristig schon mal den Blick fürs große Ganze aus den Augen verlieren. Niemand unter den Wilden wäre für die Leitung eines Inhouse-Workshops besser geeignet als unser Head of Creative Services Julia Pawelczyk-Vetterlein. Sie sorgte in einer agenturinternen Reihe von Kreativitäts-Sessions dafür, dass wir für ausgewählte Kunden und Themenstellungen einen ganzen Tag in die Tiefe gingen und dabei die modernsten Brainstorming- und Kreativitätsmethoden anwendeten.

Bei teils schweißtreibenden Temperaturen und geheimnisvoll klingenden Techniken wie Disney-, APFEL- oder 6 Hüte-Methode rauchten bei den Mini-Teams buchstäblich die Köpfe. Ein Grund für uns, unsere neue Umgebung München-Haidhausen auch auf ihre Grünflächen zu testen und die Brainstormings kurzerhand auf Picknick-Decken im Park zu verlegen. Die 37 Grad der letzten Hitzewelle ließen sich im Schatten großer Kastanien deutlich besser aushalten als zwischen vier Wänden.

Zu sehr in die Karten schauen lassen möchten wir uns an dieser Stelle natürlich nicht. Ein paar Erkenntnisse können wir aber teilen. Heiraten lässt sich in so manchem Hotel unseres Kundenportfolios wie ein echter König, eine Airline kann durchaus als Start up-Angel fungieren und am Olymp lässt sich Skifahren wie ein griechischer Gott…

Copyright: Wilde & Partner

 

Der Osten kommt – Diese Städte liegen voll im Trend

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Über Overtourism wird derzeit viel in der Branche diskutiert. Betroffen sind oftmals vor allem die Metropolen des Südens wie etwa Lissabon, Barcelona oder Rom. Besonders östlich von uns gibt es allerdings Städte, die nach wie vor noch lange nicht überlaufen sind und gleichzeitig mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis beim Besucher punkten.

Hier eine Reihe von Städten, die passionierte Metropolen-Fans auf dem Schirm haben sollten:

Krakau

Nicht mehr so ganz  Newcomer unter den Ost-Städten ist die südpolnische Metropole Krakau. Die Stadt zählt zu den Metropolen Europas mit dem stärksten Wirtschaftswachstum. Entsprechend dynamisch präsentiert sich Krakau. Restaurants und Bars sprießen vor allem in den Vierteln Kazimierz und Kleparz aus dem Boden. Geheimtipp für Besucher ist die ehemalige Zigarren-Fabrik Tytano, ein Hipster-Areal mit tollen Bars, Cafés und Kneipen.

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Bukarest

Eher Liebe auf den zweiten Blick dürfte für viele Touristen Bukarest sein. Ein Redakteur der Zeit bezeichnete die Stadt einmal als „Mordor“. Tatsächlich ist die rumänische Hauptstadt architektonisch keineswegs ästhetisch. Der Mix aus Sowjet-Stil, Klassizismus, Bauhaus und Art Nouveau hat aber einen Reiz für alle, die sich auf eine tiefere Erkundung einlassen. Zudem lassen sich an allen Ecken kreative Hinterhof-Bars und alternative Biergärten entdecken. Nicht zuletzt ist Bukarest fast unschlagbar günstig – das gilt für Cocktails ebenso wie für Edelrestaurants.

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Kiew

Günstig speisen kann man auch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Ob Kaviar, Filetsteak oder Beef Tartar – Kiews Zentrum ist voller hochklassiger Restaurants mit Top-Niveau. Zudem ist das Stadtbild überaus konsistent und museal. Ein günstiges Kulturangebot wie einen Opernbesuch ab wenigen Euros gibt es ebenfalls – von Touristen außerhalb des Landes wird Kiew bisher dennoch überwiegend liegengelassen, zu sehr ist das Land mit für viele mit Krieg verbunden. Tatsächlich präsentiert sich Kiew überaus lebendig, bunt, lebensfroh und westlich.

Lviv

Wer einen richtigen Geheimtipp sucht, ist in der westukrainischen Stadt Lviv richtig aufgehoben. Außer Ukrainern selbst und Touristen aus dem angrenzenden Polen gibt es hier nur wenige Besucher. Dabei gilt auch hier: Es gibt hervorragende Restaurants zu tollen Preisen und viel zu entdecken. Kaum eine Stadt in Europa ist hinsichtlich Stadtbild und Architektur so in sich geschlossen und konsistent. Weiterer Vorteil: Uber ist wie in fast allen Städten des Ostens weit verbreitet. Um von A nach B zu kommen, müssen sich Besucher also nie den Kopf zerbrechen. Darüber hinaus kosten Fahrten selten mehr als 1-2 Euro!

Riga

Nicht fehlen in dieser Sammlung dürfen die Städte des Baltikums. Die größte Metropole ist die lettische Hauptstadt Riga. Die kann zwar nicht mit dem günstigen Preisniveau von Bukarest, Krakau oder Kiew punkten, ist aber dennoch einen Besuch wert. Lohnenswert ist bei sonnigem Wetter ein Ausflug zum Ostsee-Strand von Vecaki. Der ist wesentlich unbekannter als das touristischere Jurmala, lässt sich aber in rund 35 Minuten unkompliziert per Bahn erreichen. Zum Einsatz kommen überaus nostalgische Sowjet-Züge – eine wahre Zeitreise. In Riga selbst ist der Zentralmarkt mit seinen großen Hallen voller Verkaufsständen eine tolle Attraktion, wo alte Mütterchen Obst, Fisch und Fleisch anbieten. Die Akademie der Wissenschaften im typisch russischen Zuckerbäckerbau ist nur wenige Meter entfernt und verfügt über eine Aussichtsplattform für den optimalen Überblick hoch über der Stadt. Das Hipster-Herz schlägt dank Craft Beer-Bars und Kultur-Areal rund um die coolste Meile – die Iera Miela – höher.

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Tallinn

Während man in Riga einen großen russischen Kultureinfluss wahrnimmt, präsentiert sich Tallinn deutlich skandinavischer. Kulturbauten und Museen muten modern, gläsern und kubisch an. Die Küche ist bekömmlich, leicht und durch den fangfrischen Fisch der nahen Ostsee geprägt. Spannend für Foodies und Nachtschwärmer ist das alternative Viertel Kalamaja mit seiner Romantik datscha-artiger Holzhäuser und dem Hipster-Areal Telliskivi, wo es neben kreativen Cafés, Restaurants und Bars auch einen großen Bauernmarkt gibt. Am schönsten präsentiert sich die Gegend an Frühlings- und Sommertagen, wenn die Sonne hier erst gegen 22 Uhr untergeht.

Tiflis

Wem das alles nicht östlich genug ist, der sollte einen Besuch der georgischen Hauptstadt Tiflis in Betracht ziehen. Von einigen wird die Stadt mittlerweile schon als das nächste Berlin gehandelt. Tatsächlich ist es bis dahin noch ein sehr weiter Weg – wahr ist aber, dass die Metropole DJ’s aus aller Herren Länder anzieht und die Stadt sich daher als echtes Party-Dorado etabliert. Kleiner Wermutstropfen dürfte für Besucher die Anreise sein. Zwar ist Tiflis sehr günstig, sobald man erst mal dort ist. Die Verbindungen sind momentan aber relativ hochpreisig und die Flugzeiten nicht unbedingt für einen Kurztrip geeignet, da viele Flieger mitten in der Nacht landen und meist gegen 5 Uhr morgens wieder Richtung Europa abheben.

Siegerehrung am Main – Business Traveller verleiht erneut seine beliebten Publikumspreise

Seit mehr als 25 Jahren zählt die Verleihung der Business Traveller Awards zu den echten Pflichtterminen der Frankfurter Reise-Industrie. Auch dieses Jahr kam die Branche wieder an einem milden Sommerabend in der Kameha Suite nahe der Oper zusammen und erwartete mit Spannung, welche Unternehmen die etwa 1.000 Teilnehmer einer rund zehnmonatigen Leserumfrage zu den Publikumsfavoriten küren.

Insgesamt verlieh das Trio aus Geschäftsführer Christian Buck, Chefredakteurin Sabine Galas sowie Moderator Kai Böcking 27 Awards in neun Kategorien – dazu zählten der beste Flughafen, die beste Hotelgruppe sowie die beste Autovermietung für Geschäftsreisende. Unter den Siegern war auch unser langjähriger Kunde Emirates, der in der Sparte beste Airline für Geschäftsreisende Silber für sich verbuchen konnte.

Wer sich für die gesamte Siegerliste interessiert, findet diese unter https://www.businesstraveller.de/news/die-business-traveller-awards-2019/#slide-1.

Eine ganze Reihe von Impressionen des Abends hat der Business Traveller unter https://www.flickr.com/photos/182327106@N05/albums/72157709352830607/page5 zusammengestellt.

Quelle: Business Traveller
Copyright: Business Traveller

 

Innovation und Nachhaltigkeit – Dringende Branchenthemen bei den VIR Online Innovationstagen

Die VIR Online Innovationstage sind nicht nur die wichtigste Veranstaltung der Online-Touristik in Deutschland, sondern rund drei Monate nach der jährlichen ITB Berlin auch wie ein kleines Sommertreffen im Marshall Haus der Messe Berlin. Beschäftigte sich das Event im vorherigen Jahr insbesondere mit dem rasanten Wachstum der Internet Reise-Industrie Asiens, standen 2019 die Themen Innovation und Nachhaltigkeit im Fokus.

Innovation – sie war als Hauptthema des ersten Tages gut gewählt. Immerhin beinhaltet der Auftakt-Tag der „VIR OIT“ den angesehenen Sprungbrett-Wettbewerb, bei dem sich insgesamt sechs Newcomer um den Titel als bestes Start-up bewarben. Das Rennen machte in diesem Jahr PinCamp, das neueste „Baby“ des erfahrenen Tourismus-Experten Uwe Frers. Mit seinem Unternehmen, hinter dem mit dem ADAC ein überaus wichtiger Partner steckt, möchte er den fragmentierten Markt der Camping-Plätze besser buchbar machen. Immerhin ist ein großer Teil immer noch überraschend schwierig online zu finden und zu reservieren. Zur Siegerehrung überraschte der Gewinner mit einem großzügigen Angebot und kündigte an, einen großen Part des Paketes mit den Zweitplatzierten zu teilen. Silber ging 2019 an das Gründerduo von Motourismo, eine Plattform, die bereits jetzt sehr erfolgreich Motorrad-Reisen vertreibt – ein Segment, mit dem sich ähnlich hohe Umsätze wie sonst mit Kreuzfahrten erzielen lassen. Das Sieger-Package umfasst unter anderem Leistungen von Sponsoren aus den Bereichen Messe, Layout, Rechtsberatung und Kommunikation.

Copyright Roberto La Pietra

Auch sonst ging es an Tag eins um Innovationen. In einem Panel diskutierten Teilnehmern zum Beispiel darüber, was Start-ups zu beachten haben, wenn sie sich um eine Finanzspritze durch Investoren bewerben. Gleichermaßen beleuchtete das Quartett auf der Bühne die Seite der Geldgeber selbst und auf was sie bei ihrer Auswahl achten sollten. Für die anwesende Branche war das Thema daher so interessant, weil es für etablierte Unternehmen oft unverzichtbar ist, sich an Newcomern zu beteiligen, um den Anschluss in puncto Innovationen nicht zu verlieren. Deutlich legerer wurde es abends beim traditionellen Networking-Abend, bei dem die Gäste bis Mitternacht zusammen feierten.

Der zweite Tag drehte sich in diesem Jahr um das Thema Nachhaltigkeit. Die Dringlichkeit der Forderungen durch Fridays for Future und Greta Thunberg spürten die Teilnehmer umso heftiger, da der Tag mit 36 Grad der wohl heißeste in der Geschichte der Verbandsveranstaltung war. Abkühlung brachten allenfalls die vorhandene Eisdiele eines Sponsors sowie die zwei Planschbecken vor dem Marshall Haus. Für große Aufmerksamkeit sorgte die Keynote von Prof. Dr. Michael Braungart von der Erasmus Universität Potsdam. Er legte den Finger in die Wunde der Branche und präsentierte deutliche Thesen abseits jedes Green Washings. Für ihn essentiell, um als Unternehmen etwas für die Umwelt zu tun, ist das Prinzip von Cradle-to-Cradle. Gemäß dieser Handlungsempfehlung sei es wichtig, dass Rohstoffe wieder zurück in den Kreislauf flössen – entweder zurück zum natürlichen Ursprung oder in ihre erneute Verwendung. Aus dem „echten Leben“ berichtete im Anschluss Hannes Lichtenmannegger, der in Bayern das erste „klimapositive“ Hotel führt und unter anderem chemische Reinigungsmittel durch solche auf Basis von Mikroorganismen ersetzt hat. Es folgten zum Abschluss zwei interessante Panels unter anderem mit Teilnehmern aus der Hotellerie, die aus dem „Nähkästchen“ plauderten, welche Maßnahmen bei Kunden und auch Angestellten besonders positive Wirkung zeigen – und somit ggfs. zur Nachahmung animieren.

Copyright Roberto La Pietra

 

E-Scooter: Hoffnungsträger des Umweltschutzes oder Lebensgefahr auf zwei Rädern?

E-Scooter dürfen seit letztem Wochenende auf deutschen Straßen fahren. Kollegin Klara stellt sich die Frage, welche Folgen der Roller-Hype nach sich ziehen könnte.

An E-Scootern scheiden sich die Geister. Für die einen sind die Tretroller mit elektrischem Antrieb eine umweltfreundliche und vor allem komfortable Alternative, um schnell an ein Ziel zu kommen. Für andere sind sie ein gefährlicher Störfaktor im ohnehin schon überlasteten städtischen Verkehrstreiben.

Erste Experimente auf deutschen Straßen scheinen Hoffnung zu machen: Ein Feldtest in der oberfränkischen Stadt Bamberg liefert positive Ergebnisse. Die Nachfrage war hoch, alle Roller schnell im Dauerbetrieb und das ohne auch nur einen einzigen Zwischenfall. Wirft man einen genaueren Blick auf die Resultate, stolpert man allerdings schnell über die Zahl der Scooter im Einsatz: Es waren nur 15. Schwerlich ein repräsentatives Ergebnis.

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Während unter der Verkehrslast ächzende Großstädte einer Entlastung der Straßen durch E-Scooter entgegenfiebern, verweisen Skeptiker gerne auf den Fall San Francisco. Die kalifornische Stadt erhielt bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die dunkle Seite der Elektroroller. Im Zuge einer Nacht-und Nebelaktion tauchten sie in tausendfacher Ausführung in der Innenstadt auf. Herbeigeschafft von Verleihfirmen dominierten die neuen Verkehrsteilnehmer in den kommenden Tagen zunehmend das Stadtbild. Bald wusste niemand mehr, wohin mit den überschüssigen Scootern. Achtlos zurückgelassen versperrten sie Ausfahrten, Bürgersteige und vermüllten Rasenflächen.

Das Wetteifern diverser E-Scooter-Verleiher um die Vorherrschaft auf dem Markt trieb die Roller in zu hohen Stückzahlen in die Innenstadt. Ganz ähnlich sieht die Lage in Paris aus. Die französische Hauptstadt zählt derzeit rund 20.000 Scooter auf ihren Straßen. Mit schwerwiegenden Folgen: Anfang Juni kann es zu einem fatalen Unfall. Der Zusammenstoß mit einem LKW forderte das Leben eines 25-jährigen Mannes.

Die Probleme in San Fracisco und Paris haben einen gemeinsamen Nenner: eine fehlende Reglementierung. Darin könnte die Lösung des Scooter-Problems liegen. Seit dem 15. Juni dürfen die Roller offiziell auf deutschen Straßen fahren. Unter Einhaltung diverser Vorschriften. Ausgenommen sind Kinder unter vierzehn Jahren. Außerdem sind Gehwege eine No-Go-Area für alle E-Roller-Enthusiasten. 

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Denn auch in Deutschland machte das Unfallpotenzial der E-Roller in den vergangenen Wochen immer wieder Negativ-Schlagzeilen. Und dass, obwohl sie auf den heimischen Straßen noch immer eine Seltenheit unter den Fortbewegungsmitteln sind. Ändern wird sich dieser Exoten-Status auch hierzulande wahrscheinlich mit dem kommerzialisierten Verleih durch spezialisierte Firmen.

In Berlin bieten Verleihfirmen seit dem Wochenende ihre Dienste an. München wappnet sich für die Ankunft der Scooter Mitte Juli. Wie so oft gibt es sowohl positive, als auch negative Beispiele, wenn aus einer neuen Idee greifbare Realität wird. Unabhängig davon, wie man zu den Rollern steht, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sie nicht mehr aus dem Straßenverkehr wegzudenken sind.

Klara Linde

Pressereise in die neue Trend-Destination Montenegro

Unter den Urlaubszielen Europas gilt Montenegro noch als Geheimtipp. Auf ihrer letzten Pressereise konnte sich Kollegin Jil ein Bild von dem spannenden Land im Südosten des Kontinents machen.

Ein bisschen was von allem: Skifahren am Morgen, im Meer schwimmen am Nachmittag und das alles in einem Land, das kleiner ist als Schleswig-Holstein. Bei meiner Reise nach Montenegro habe ich viel gelernt – vor allem, dass ich dieses Land sehr unterschätzt habe.

Bei der Ankunft in Tivat war die Enttäuschung groß: Regen prasselte an die Flugzeugscheiben. Am Gepäckband stellte man dann überrascht fest, hier machen die Menschen aus den großen internationalen Städten Urlaub: London, Frankfurt, Moskau. Die Unterkunft begeisterte, das The Chedi war eine der Topadressen. Gelegen an einem kleinen Yachthafen mit großen Schiffen – mitten auf der Halbinsel Lustica. Ein Bauprojekt der Orascom Development Holding mit dem Ziel, hier in ein paar Jahren eine nachhaltige, voll integrierte und moderne Stadt zu entwickeln.

Der erste Tag versprach gutes Wetter und es ging in die mediterrane Handels- und Hafenstadt Kotor. Hier gibt es einiges zu entdecken, von dem Aufstieg entlang der alten Stadtmauer eröffnet sich ein atemberaubender Blick über die Bucht, die an einen Fjord in Norwegen erinnert. Innerhalb der Stadt werden die Einflüsse Italiens sichtbar – mit dem Markuslöwen am Ortseingang und den selbstgemachten Gnocchi bei Madame Vlasta.

Copyright: Jil Huber

Am Dienstag zogen über der Bergkette Lovcen große Wolken auf, am Gipfel hingen Nebelschwaden und machten den Aufstieg zum höchstgelegenen Mausoleum der Welt abenteuerlich. Wie bei Game of Thrones legte sich die Wolkendecke auf die grünen, saftigen Gipfel und die beiden Statuen am Eingang richteten ernst und trüb den Blick auf uns. Hier ruht der Dichterfürst Petar II, der Montenegro das erste Senat, Schul- und Steuersystem gab.

Für Aktive bot Tag drei eine spannende Herausforderung: eine dreistündige Kajakfahrt auf dem Skutarisee. Zu einem Drittel auf albanischer Seite und zwei Dritteln in Montenegro gelegen, offenbart sich hier eine Fülle und Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt. Nach zwei Stunden kehrten wir an einer kleinen Hütte ein und stärkten uns mit frischem Karpfen für die Rückfahrt. Der Gegenwind machte den Heimweg beschwerlich, aber das Abendessen bei Sonnenuntergang in Budva am Mittelmeer entschädigte alle für die anstrengende Tour.

Mit 240 Sonnentagen im Jahr, einer abwechslungsreicheren Landschaft mit kristallklarem Wasser und einer ununterbrochenen Küstenlinie, kann Montenegro jedes Urlauberherz höherschlagen lassen und ist das Urlaubsziel 2019.

Jil Huber

Kampfansage an die Plastiktüte – Wie auch im Tourismus das Bewusstsein für Müllvermeidung steigt

Müll ist buchstäblich in aller Munde – ganz besonders Plastikmüll. Ich kann mich kaum erinnern, dass ich jemals derartig viele Postings rund um die Verschmutzung der Meere in den sozialen Medien gesehen habe. Die Bilder von Fischen, die in Tüten verenden oder Motive von Meeresvögeln, deren Schnäbel in Plastikringen gefangen sind, sitzen tief. Neben dem zunehmend globalisierten Online-Handel leistet natürlich auch die Tourismus-Industrie einen unrühmlichen Beitrag zur Verschmutzung der Ozeane.

Wer glaubt, dass Müllteppiche nur unter der Wasseroberfläche des Pazifiks wabern, irrt. Auch das Mittelmeer leidet massiv unter der Plastiklast – und damit auch das liebste „Schwimmbecken“ der Europäer. Besonders die Flüsse – wie etwa der Nil, der Po oder auch die Rhone in Südfrankreich – tragen Unmengen von Müll ins Mittelmeer. Heißt: Das Problem entsteht nicht erst am Strand, sondern schon deutlich weiter flussaufwärts – hunderte Kilometer vor der Mündung.

Für die Tourismusverantwortlichen ist es ebenfalls höchste Zeit zu handeln. Verdreckte Strände sind schließlich alles andere als gut für das Geschäft. Auf den Balearen hat man nun gemeinsam mit dem Verein Futouris einen Masterplan entworfen, um den Plastikmengen Herr zu werden. Spanien – früher neben Italien nicht unbedingt als Primus in Sachen Umweltschutz bekannt – hat hier also anscheinend erkannt, dass es fünf vor zwölf ist. Von Plastiktüten in Supermärkten rudert man schon länger weg, nun will man zunehmend auch den Hoteliers auf die Finger schauen. Dass Strohhalme und Plastikbecher in All Inclusive-Resorts ein Unding sind, ist uns allen ja schon lange klar.

Den Bechern geht es auch zunehmend in den Städten dieser Welt an den Kragen. Wer heute in München, Amsterdam oder London einen Coffee-to-Go ordert, wird immer öfters aufgefordert, für rund einen Euro ein wiederverwertbares Exemplar zu erwerben oder den Americano halt schnell im Laden zu konsumieren. Auch dieses Ritual sollte eigentlich relativ rasch in Fleisch und Blut übergehen. In Asien gibt es nun die erste Hotelkette, die sich klipp und klar dem Kampf gegen Plastik und Wegwerf-Verpackungen verschrieben hat. Die großen etablierten Ketten arbeiten auch zunehmend daran, ihren Beitrag zu verringern. Warum soll Marmelade am Frühstücksbuffet auch einzeln verpackt sein? Ein Unding, wenn man drüber nachdenkt.

Plastikmüll, vor allem in den Weltmeeren, war auch ein großes Thema auf dem diesjährigen ITB Berlin Kongress. Bei einer Podiumsdiskussion sprachen Vertreter von Destinationen, Veranstaltern und Reedereien darüber, wie sie gedenken, ihren plastiktechnischen Fußabdruck zu reduzieren. Thomas Cook will stärker mit Destinationen kooperieren. TUI Cruises schwört prinzipiell, dass nichts über Bord geht, was nicht ins Meer gehört. In den nächsten Jahren möchte das Unternehmen komplett auf Wegwerf-Verpackungen verzichten. Keine Frage: Die Anklagen in Sachen Plastik gab es die letzten Jahre immer wieder. Aber dieses Mal ist der Ruf nach Taten größer als zuvor.

Dass die Zeit reif ist für wirksame Forderungen, haben allen voran die Umweltorganisationen erkannt. Sie sehen die Stunde gekommen für dieses wichtige Thema und trommeln für ihre Botschaft insbesondere in den sozialen Medien. Der WWF wirbt derzeit zum Beispiel für eine Spendenaktionen für Vietnam. Als Strom, der durch mehrere Länder fließt, kommt dem Mekong nämlich eine ganz besondere Rolle zu, der maßgeblich für den Transport von Müll an die Strände Südostasien beiträgt. Daher setzt die Organisation auch hier schon flussaufwärts an und investiert gezielt in die Aufklärung und Sensibilisierung der Land- und Stadtbevölkerung in puncto Müllvermeidung. Überaus nachahmenswert, wie ich finde!

Copyright: MichaelisScientists

Wann wird’s nun endlich richtig Sommer – EATaliener lassen sich nicht vom Regen beeindrucken

Zwar versucht das EATALY München alles, um die nördlichste Stadt Italiens noch ein Stückchen italienischer zu machen, aber das Wetter kann leider niemand beeinflussen. Wäre zu schön gewesen – aber so fand das diesjährige Opening des Weingartens leider bei Regen und somit im Inneren des italienischen Food-Imperiums, aber immerhin mit Blick auf die neugestaltete Sonnenterrasse statt. Der Stimmung tat der Wolkenbruch keinen Abbruch. Ursprünglich war eine Silent Disco geplant, um die Münchner Bevölkerung beim Tanzen während eines lauen Frühsommerabends nicht zu stören, aber auch auf der sogenannten Piazza im Zentrum der Markthalle hatten die Gäste mit ihren Kopfhörern Spaß. DJ Leandro und DJ Francesco hielten alle bei Laune und tanzende Besucher gaben alles, um die Kalorien der unwiderstehlichen Pasta-Gerichte, die den ganzen Abend serviert wurden, wieder loszuwerden. Feine Weine des lombardischen Weinguts Citari sorgten für ausgelassene Stimmung. Bleibt also nur noch auf einen heißen Sommer zu hoffen, um weiterhin viele Stunden – draußen – im EATALY Weingarten zu genießen; übrigens mit der ersten Open Air Vinothek samt einer Auswahl an über 100 Weinpositionen. Salute e buon estate!!