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Richtig oder falsch: Zehn Kreuzfahrtmythen im Check

Köln, 18. Dezember 2019 (w&p) – Nichts als das offene Meer am Horizont und zahlreiche spannende Destinationen entlang der Reiseroute: Kreuzfahrten erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und gehören auch im kommenden Jahr zu den meistgebuchten Reisearten. Trotzdem ranken sich um das Thema Kreuzfahrt zahlreiche Mythen und Vorurteile, die nicht immer der Realität entsprechen. Meravando, der Spezialist für klimaneutrale Kreuzfahrten, macht den Faktencheck und nimmt zehn gängige Behauptungen aus der eigenen Facebook-Community genauer unter die Lupe und klärt auf:

1. „Kreuzfahrten sind nichts für Individualisten, die sich gerne ihre Reise zusammenstellen.“

Der Faktencheck: Falsch. Obwohl es sich bei dieser Annahme um einen der Klassiker unter den Facebook-Kommentaren und damit Klischees über Kreuzfahrten handelt, sprechen gleich mehrere Aspekte für die Möglichkeit einer individuellen Reise auf hoher See. So können Urlauber ihre Landausflüge in der Regel nicht nur in freier Eigenregie organisieren, es besteht auch eine vielfältige Auswahl an ganz besonderen Aktivitäten. Mit dem Kajak allein oder zu zweit das Wasser erkunden, bei einem privaten Tauchgang der Unterwasserwelt in aller Stille ganz nah kommen oder sogar mit dem Helikopter die magische, blaue Szenerie überfliegen – der Individualität scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Zudem kann selbstverständlich die Destination ganz frei gewählt werden. Amazonas, Norwegen oder Transatlantik? Auch außergewöhnliche Ziele befinden sich unter den vielfältigen Angeboten der Schifffahrtsgesellschaften. Die Option, eine Kreuzfahrt als Teil einer individuellen Reise einzuplanen oder auf einem kleinen, intimeren Schiff mitzureisen, ist  ebenso einen Gedanken wert.

2. „3.000 Passagiere an Bord? Für die gibt es doch gar nicht genügend Rettungsboote.“

Der Faktencheck: Falsch. Es gibt wohl nur wenige Menschen, die den Film „Titanic“ noch nicht gesehen und sich selbst die Frage gestellt haben: Kann mir das gleiche Schicksal ereilen wie Jack und Rose? Oder gibt es heutzutage genügend Rettungsboote? Um direkt einmal alle Ängste und Sorgen zu nehmen: Selbstverständlich gibt es hierzu eine klare Vorschrift und zwar die der Internationalen Maritimen Organisation, kurz IMO, welche besagt, dass die Rettungsmittel an Bord eines Personenschiffes sogar eine zusätzliche Kapazität von 25 Prozent erfüllen müssen. Neu ist zusätzlich das „Safe Return to Port“-System, bei dem es der Crew möglich sein muss, ein Schiff an den Hafen zurück zu navigieren ohne Passagiere evakuieren zu müssen.

3. „Nee, das tue ich mir nicht an, da bricht ja ständig der Norovirus aus.“

Der Faktencheck: Falsch. Seitdem einzelne Schlagzeilen von Ansteckungswellen an Bord kursierten, sind einige Reisende verunsichert. Ist ein Norovirus auch bei meinem Kreuzfahrt-Anbieter wahrscheinlich? Tatsache ist: Bei einer Ansammlung von vielen Menschen auf engem Raum ist die Wahrscheinlichkeit einer Verbreitung von Viren und Bakterien stets größer – sei es auf einem Konzert oder eben an Bord eines Schiffes. Aber angesichts der zahlreichen Schiffe und Passagiere, die täglich auf den Meeren unterwegs sind, ist die Zahl der Norovirus-Infektionen relativ gering. Krankheiten wie der Norovirus sind jedoch besonders ansteckend. Trotzdem kann sich jeder Reisende schützen, indem er bestimmte Hygiene-Maßnahmen beachtet. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen und die Nutzung der Hygienespender vor den Speiseräumen. Erkrankte Passagiere sollten in ihrer Kabine bleiben, um eine Verbreitung der Krankheit zu vermeiden.

4. „Boah, ständig aufgebrezelt herumlaufen, das will ich im Urlaub nicht.“

Der Faktencheck: Das fiktive Bild von elegant gekleideten Damen und Herren beim Galadinner auf einem großen Kreuzfahrt-Schiff ist wohl eines der gängigsten. Je nach Reederei und Schiffstyp ist jedoch nicht nur das Publikum, sondern auch die Kleiderordnung an Bord ganz unterschiedlich gestaltet – wenn es denn überhaupt eine gibt. Um sich in Gesellschaft der übrigen Gäste besonders wohlzufühlen, ist daher lediglich auf die Wahl des richtigen Schiffes zu achten. Wer sich bei der Buchung seiner Reise durch die Meeres- und Flusswelt gut informiert und sich bezüglich der Charakteristika unterschiedlicher Kreuzfahrten beraten lässt, wird sich nach Wunsch auch in einem legeren Ambiente wiederfinden – lässige, sportliche Kleidung inklusive.

5. „Eine Kreuzfahrt ist nur etwas für Reiche.“

Der Faktencheck: Falsch. Kristallgläser, goldene Wasserhähne und ein edles Glas Wein ‒ wer zuvor noch keine Kreuzfahrt selbst erlebt hat, assoziiert mit ihr nicht selten Luxus pur. So verschieden die Wünsche von Urlaubern sind, so divers sind auch die Angebote der Schiffsreisen. Interessenten können sich auf dem umfangreichen Markt zwischen Schiffen und Reedereien für jeden Geldbeutel entscheiden. Auch die unterschiedlichen Routen über das Wasser spiegeln sich in Preissegmenten von hoch bis niedrig wider. Zusätzlich bieten zahlreiche Kreuzfahrtunternehmen günstige Last Minute-Angebote an – ein Geheimtipp und Traum für alle Schnäppchenjäger, die sich schon lange nach einem Trip auf den Gewässern dieser Erde sehnen.

6. „Als Single kann man sich leider keine Kreuzfahrt leisten, da die Zuschläge exorbitant teuer sind.“

Der Faktencheck: Nicht ganz richtig. Es ist tatsächlich wahr, dass bei der Buchung einer Einzelkabine im Falle mancher Reedereien mit Zuschlägen von 50 bis zu 100 Prozent gerechnet werden kann. Allerdings ist dieser erhöhte Passagierpreis für Alleinreisende kein Muss. Alternativ existieren nämlich auch sogenannte „Single-Kreuzfahrten“, die für Gäste ohne Partner entworfen wurden. Schließlich ist die Zeit an Bord die ideale Gelegenheit für neue Begegnungen in maritimer, entspannter Atmosphäre. Doch auch darüber hinaus haben einige Schifffahrtsgesellschaften sehr gute Angebotspreise für Singles im Repertoire, die zwar keine Kabine, aber dafür unvergessliche Urlaubseindrücke mit anderen Passagieren teilen möchten.

7. „… und an Deck atmen Passagiere die Abgase ein.“

Der Faktencheck: Richtig. Kreuzfahrt-Riesen stehen oftmals in der Kritik, die Umwelt mit Schadstoffen zu belasten und so Teil der Klima-Problematik zu sein. Neben der Option von Flüssiggas oder schwefelarmem Kraftstoff, installieren immer mehr Schiffe ein Abgasreinigungssystem (kurz EGCS). Diese werden direkt im Schornstein installiert, um Schadstoffe wie Schwefeloxide, Ruß und Feinstaub-Partikel aus den Abgasen zu filtern und so zu verhindern, dass sie in großen Mengen von Gästen an Deck eingeatmet werden. Trotzdem kann es nahe der Schiffsschornsteine zu einer erhöhten Belastung kommen, weshalb Passagiere den Liegestuhl an Deck nicht unbedingt neben den Schornsteinen platzieren sollten.

8. „Ab und an wird man mit Tausenden für ein paar Stunden an Land gespuckt, um schöne, alte Städte zu fluten.“

Der Faktencheck: Das ist nur teilweise korrekt.  Denn insbesondere, wenn der Hafen nicht weit von der Stadt entfernt ist, gehen nicht alle Passagiere gleichzeitig von Bord. Reedereien achten außerdem darauf, verschiedene Landgänge anzubieten, so dass sich die Reisenden auf verschiedene Gruppen und Aktivitäten an Land verteilen. Trotzdem stimmt es, dass einige Kreuzfahrt-Destinationen wie zum Beispiel Venedig oder Dubrovnik unter der Masse an besuchenden Passagieren leiden und Maßnahmen gegen den Menschenandrang ergreifen.

9. „Kreuzfahrten sind doch eh nur was für Senioren.“

Der Faktencheck: Falsch. Auch der Mythos von ausschließlich Senioren an Bord der Kreuzfahrtschiffe kann schnell widerlegt werden, wirft man einen Blick auf die Statistiken. Unzählige junge Menschen und Familien tummeln sich auf den Ozeanriesen, schließlich gibt es spezielle Reiseangebote, die auf eine Zielgruppe zugeschnitten sind. Sei es mit Partys für ein Publikum unter 30 oder mit Baby- bzw. Kinderbetreuung für junge Eltern. Besonders für Familien ist der Service nämlich schier grenzenlos: Animation für Kids, Babybetten inklusive Babyphone und faire Kindertarife. Wer mit den Kleinen auf einem Schiff reist, profitiert von Benefits, die es Mama und Papa ermöglichen, selbst in Ruhe am Pool abzuschalten. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Themen-Kreuzfahrten, die sich gezielt an Menschen bestimmter Altersklassen und gemeinsamer Interessen richten.

10. „Kreuzfahrten sind Dreckschleudern.“

Der Faktencheck: Richtig. In Zeiten von Fridays for Future und einem neuen Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz stehen Kreuzfahrten besonders  aufgrund des hohen Schadstoff-Ausstoßes und der Belastung der Meere in der Kritik. Führende Reedereien investieren bereits in die Forschung nach umweltfreundlichen Antrieben und konnten in den letzten Jahren auch erste Erfolge verbuchen. So gibt es mittlerweile Schiffe, die mit LNG oder Hybrid-Antrieb fahren. Außerdem sollte jeder Reisende  den CO2 Ausstoß seiner Kreuzfahrt kompensieren. Bei Start der Kreuzfahrt von einem deutschen Hafen oder aus dem nahen Ausland empfiehlt sich zudem die umweltfreundliche Anreise per Bahn.

 

Credit: Leonardo-yip, Quelle: Unsplash