„Verbraucher werden weiterhin in die Irre geführt“: VUSR fordert gesetzliche Absicherung der Kundengelder im Airlinegeschäft

Plädoyer mit Nachdruck: Nach der Insolvenz der Fluggesellschaft Germania fordert der Verband unabhängiger selbständiger Reisebüros e.V. (VUSR) die politisch Verantwortlichen zum Handeln auf. „Die Politik muss sich nunmehr endlich darauf einlassen, gesetzlich geregelte Absicherungen für Verbraucher zu schaffen“, fordert Marija Linnhoff, die erste Vorsitzende des Branchenverbands. „Es kann nicht sein, dass Kunden weiterhin einem Roulettespiel ‚flieg ich, oder flieg ich nicht‘ ausgesetzt sind. Sie werden bei Airline-Insolvenzen seit Jahren von der Politik systematisch im Stich gelassen.“

Während die Kundengeldabsicherung im Veranstaltergeschäft seit rund 25 Jahren gesetzlich geregelt ist, stehen Fluggesellschaften nach wie vor nicht in der Pflicht, Kundengelder für den Fall einer Insolvenz oder einer Zahlungsunfähigkeit abzusichern. „Nicht zuletzt seit der letztjährigen Insolvenz der Air Berlin muss die Notwendigkeit der Kundengeldabsicherung im Fluggeschäft endlich auch von den politisch Verantwortlichen erkannt worden sein“, bekräftigt Marija Linhoff. „Es kann nicht angehen, dass weiterhin in Kauf genommen wird, dass im Falle einer Insolvenz der Fluggast auf seinen Kosten sitzen bleibt. Dieses bewusste Wegschauen kann man nur als grob fahrlässig bezeichnen.“

Mit Blick auf die jüngste Insolvenz der Fluggesellschaft Germania befürchtet die VUSR-Vorsitzende einen Domino-Effekt. „Am Beispiel von H&H Touristik hat sich gezeigt, dass bereits die ersten Veranstalter in die Pleite schlittern bzw. in die Konsolidierungsphase eintreten“, betont Marija Linnhoff. In ihren Augen stehen die nächsten Insolvenzen von Airlines sowie Reiseveranstaltern kurz bevor. Mit fatalen Folgen nicht nur für die Verbraucher, sondern auch für viele Reisemittler. „Dies hat nämlich zur Folge, dass viele Reisemittler die ihnen zustehenden Provisionen nicht bekommen werden. Denn das Gros der mittelständischen Veranstalter, die aktuell in Schieflage geraten, bezahlen die Provisionen an die Reisebüros erst mit der Abreise des Kunden.“ Die Forderung des VUSR: Eine für alle Reisemittler gültige Insolvenzabsicherung der Provisionen.

Ebenfalls unersetzlich und dringend erforderlich ist in den Augen der VUSR-Vorsitzenden ein gesetzlich geregelter Qualifizierungsnachweis für jeden Vermittler oder Verkäufer von Reisen oder Flügen. „Wieder einmal hat sich gezeigt, dass lange, bevor die Germania den Insolvenzantrag gestellt hat, qualifizierte Reisemittler Flüge mit Germania nicht mehr vermittelt bzw. verkauft haben, um ihren Kunden und sich selbst Ärger zu ersparen“, hebt Marija Linnhoff die Bedeutung einer qualifizierten Reiseberatung hervor. „Diese Leistung gehört endlich entsprechend anerkannt“, so ihre Forderung.

Über den VUSR:
Der Verband unabhängiger selbständiger Reisebüros e.V. (VUSR) fördert Reisevermittler in gewerblichen, politischen, wirtschaftlichen, beruflichen und rechtlichen Belangen. Gegründet wurde er während der Umsetzungsphase der Pauschalreiserichtlinie als neue, starke Interessenvertretung für den Reisebürovertrieb. Drei Jahre nach seinem Start gehören dem VUSR bereits rund 400 Vollmitglieder an, zudem wird er von einer Vielzahl an Fördermitgliedern unterstützt.

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