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Pressemeldung

Besucherlenkung in bayerischen Kommunen: Lösungen für ein friedliches Miteinander

In einer aktuellen Umfrage gewinnt das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) wertvolle Einblicke zur Rolle von Besucherlenkungsmaßnahmen in bayerischen Kommunen. Demnach nimmt die Relevanz dieser Mittel mit steigender Zahl der Übernachtungen zu. Besonders in Oberbayern wird die Zunahme der Tagesausflügler*innen als problematisch eingestuft.

Kempten, 04. August 2021 (w&p) – In einigen bayerischen Städten und Regionen steigt die Zahl der Tagesausflügler*innen vor allem an den Wochenenden sprunghaft an. Die Folge: Menschenansammlungen, Müll- und Parkprobleme führen häufig zu Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung. Um Abhilfe zu schaffen, greifen einige Kommunen deshalb zu gezielten Besucherlenkungsmaßnahmen. Das Bayerische Zentrum für Tourismus (BZT) hat anhand einer aktuellen Umfrage unter bayerischen Kommunen exemplarisch Einblicke erhalten, ob Schritte zur Besucherlenkung genutzt werden und welche Methoden dabei zum Einsatz kommen. Im Rahmen der Umfrage, die im April 2021 durchgeführt wurde, wertete das Institut Antworten von 218 bayerischen Kommunen in Oberbayern, Ostbayern, Franken und Schwaben aus.

Steigende Zahl von Tagesausflügen in Bayern

75 Prozent der befragten Kommunen geben an, dass Tagesausflüge in ihrer Kommune im Jahr 2020 verglichen zu den Vorjahren zugenommen haben. Etwa ein Drittel geht im Jahr 2021 von mehr Tagesausflüglern aus als im Vorjahr. „Die Corona-Pandemie hat sicherlich zu einem größeren Andrang in ohnehin beliebten bayerischen Regionen beigetragen“, erklärt Prof. Dr. Alfred Bauer, Vorsitzender des Bayerischen Zentrums für Tourismus.

Die Auswirkungen dieser Entwicklung sind für viele Gemeinden spürbar: Insgesamt beurteilen 41 Prozent der befragten Kommunen die Zunahme an Tagesausflügen als „sehr problematisch“ oder „problematisch“. Besonders in Oberbayern schätzen 60 Prozent die Situation als „(sehr) problematisch“ ein. Als Gründe nennen 22 Prozent das Fehlverhalten der Besucher*innen, gefolgt von Park- (15 Prozent) und Müllproblemen (10 Prozent).

Wildparken und Zerstörung der Natur ausschlaggebend

Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass in bayerischen Kommunen das Bewusstsein für Besucherlenkungsmaßnahmen inzwischen hoch ist. Mehr als die Hälfte der befragten Kommunen (54 Prozent) stuft demnach das Thema für sich als sehr wichtig oder wichtig ein, während nur 19 Prozent diese Maßnahmen als unwichtig bis sehr unwichtig einschätzen. Auffallend: Steigt die Zahl der Übernachtungen, werden auch Maßnahmen zur Besucherlenkung als wichtiger eingestuft.

38 Prozent der Befragten setzen ein oder mehrere Maßnahmen zur Besucherlenkung bereits um. Als wichtigsten Grund für den Einsatz von gezielten Maßnahmen gibt die Mehrheit der befragten Kommunen Wildparken an. Auch die Zerstörung der Natur, der Unmut Einheimischer, die Verkehrsbelastung und der Müll geben häufig den Ausschlag, gezielte Maßnahmen einzusetzen. Um die Probleme zu lösen, entwickeln Kommunen beispielsweise ein entsprechendes Wegenetz für Besucher*innen, formulieren Verhaltensregeln, zeigen Ge-/Verbote über Beschilderungen auf oder nehmen am „Bayerischen Ausflugsticker“ teil.

Künftig mehr Maßnahmen geplant

Auch wenn derzeit 62 Prozent der befragten Kommunen keine Maßnahmen umsetzen, könnte sich das bald ändern. Mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer*innen wollen zukünftig eine oder mehrere (weitere) Schritte zur Besucherlenkung umsetzen. Dabei stehen vor allem Maßnahmen im Bereich der Verkehrs-/Parkleitsysteme, der Besucherinfrastruktur und Wegenetz sowie Verhaltensregeln im Vordergrund.

Eine wesentliche Rolle bei der Planung und zielgerichteten Umsetzung von Besucherlenkungsmaßnahmen spielt die Datenerfassung. 18 Prozent verwenden Gästekarten, gefolgt von Buchungssystemen und der Datenerfassung über Fragebögen. Die Kommunen, die Daten erheben, erfassen diese überwiegend an Parkplätzen und Touristeninformationen über Sensorik, Kameras oder Wifi-Tracker. Rund 60 Prozent der befragten Kommunen erfassen bisher gar keine Daten.

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