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Wieviel wäre es Ihnen wert? Wie Airlines die ersten Reihen zunehmend über Bidding füllen

Es ist das Traumszenario eines jeden Flugreisenden: Man checkt am Airport für seinen Eco-Sitz ein und erhält die grandiose Nachricht, dass die Airline einen auf einen Platz in der Business Class upgradet. Wer nicht auf diesen erfreulichen Wink des Schicksals warten möchte, bucht ganz regulär einen Flug auf den vorderen Reihen und zahlt bekanntlich ein Vielfaches des Tarifs für die Economy Class. Immer mehr Airlines buchen Passagiere jedoch gegen mitunter recht attraktive Preise auf die Premium-Sitze. Eine Form ist das sogenannte „Bidding“.

Dabei kontaktiert die Airline den Gast nach Buchung per E-Mail und ermöglicht es ihm, ihr den Preis zu nennen, der ihm das Upgrade maximal wert ist. Dahinter steckt oftmals das Unternehmen Plusgrade, dessen Technologie die meisten der Fluggesellschaften nutzen. Wer sein Glück versucht, landet in der Regel bei einer Art Tacho, dessen Zeiger er je nach gewünschtem Höchstbetrag bewegen kann.

Ich habe es neulich zum Beispiel für meinen Flug von Hong Kong nach Bali probiert. Das Spektrum des einstellbaren Betrages reichte von etwa 20 Euro bis knapp 350 Euro. Zugegebenermaßen birgt das Ganze einen gewissen Spannungs-Faktor. Die entscheidende Frage ist nämlich: Unterbiete ich und bringe mich selbst damit um ein Upgrade zum akzeptablen Preis? Oder biete ich zu viel und hätte vielleicht auch weniger einstellen können, um zum Upgrade zu gelangen. Im letzten Fall würde ich das jedoch niemals erfahren.

Für die Fluggesellschaften ist das Bidding ein Weg, die Jets noch besser auszulasten. Stellt die Airline fest, dass sie auf den letzten Metern höchstwahrscheinlich fünf bis sechs Plätze in der Premium-Klasse frei hat, kann sie in der Eco zum Beispiel ein wenig überbuchen, weil sich sicherlich ein paar Passagiere finden, die sich für einen fairen Aufpreis in die Business Class hochbuchen lassen. Für die Airline ist das relativ risikolos, weil sie die Bietenden in der Regel erst rund 48 Stunden vorher darüber informiert, ob ihr Angebot akzeptiert wurde.

Einreichen können Kunden ihr Bidding bereits Monate vorher. Dazu müssen sie jedoch gleich die Zahlungsart wie etwa ihre Kreditkarte angeben. Wer es sich allerdings bis zwei, drei Tage vorher nochmal anders überlegt, kommt aus der Nummer meist wieder raus, indem er sein Angebot einfach wieder zurückzieht.

Neben dem Bidding gibt es bei vielen Airlines noch weitere Formen des günstigen Upgrades. Einige Fluggesellschaften winken nämlich erst im Check-In-Prozess noch mit der sprichwörtlichen Karotte. In dem Fall ist der Preis jedoch fix. Ein Upgrade innerhalb Europas gibt es für etwa 70 bis 150 Euro. Weitere Benefits wie die Lounge-Nutzung am Airport oder die Nutzung der Fast Track-Lane bei der Sicherheitskontrolle bekommt der Kunde in aller Regel noch on top.

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